Untere Steinerne Brücke nach 1,5 Jahren wieder befahrbar

Die älteste Brücke in Hof wurde für rund 1,4 Millionen Euro saniert. Brisant war dabei, dass zur gleichen Zeit in Hof weitere Brücken gesperrt oder saniert wurden. Dadurch war der Verkehrsfluss besonders beeinträchtigt.

Vollsperrung der Brücke für 1,5 Jahre

Die Sperrung tat dem Verkehr anfangs nicht gut, musste aber sein. Nach ein paar Tagen verlagerten sich die Verkehrsströme und man gewöhnte sich an die neue Situation. Besonders ungünstig war es für die Fußgänger, die vom Unteren Tor auf die andere Seite der Brücke wollten, denn sie mussten einen weiten Umweg in Kauf nehmen. Dazu ging es an der Saale entlang Richtung Uferstrasse, über die Lessingbrücke und dann vor zur Zeltbräu. Das war ein Umweg von mehreren hundert Metern.

Denkmal Untere Steinerne Brücke

Dreijochige Steinbrücke mit Eisbrechern, unter der östlichen Rampe zusätzlich schmales Joch, Rampen aus unregelmäßigen Quaderlagen, an der Nordseite der östlichen Rampe Keilstein, bezeichnet „1706“, 1878 zusätzliche Eisenkonstruktionen

5 Angebote zur Instandsetzung wurden abgegeben

Das günstigste Angebot lag bei 1.392.300,00 Euro und das teuerste bei 2.111.916,21 Euro

Mitte 2017 begannen die Arbeiten oberhalb der Brücke

Wer bei der Sanierung zusah, wunderte sich, denn die Arbeiten begannen zuerst oberhalb der Brücke. Auch Bauarbeiter mit denen ich sprach, sagten mir, dass es sehr ungewöhnlich sei. Aber die Verantwortlichen wüßten sicherlich, was sie vorhätten.

Nachdem die Baustelle eingerichtet war, begann man mit dem Entfernen des Kopfsteinpflasters und des Teers auf dem Gehsteig. Darunter legten die schweren Maschinen große Granitplatten frei. Diese wurden am Lettenbachsee zwischengelagert und fanden Monate später dort eine Verwendung. Dort wurde nämlich das Ufer renaturiert und ein Weg aus Pflastersteinen angelegt. Mit den großen Granitplatten  gestaltete man einen Weg hinunter zum Ufer.

Alle Granitblöcke wurden nummeriert und wieder verwendet

Bei meinen Presseterminen auf der Baustelle kam ich mit vielen Handwerkern ins Gespräch. Sie erklärten mir, dass alle Steine wieder verwendet werden. Manche hatten sogar Hochwassermarken eingemeißelt. Die Technik des Brückenbaus mit so alten Steinen ist recht speziell, weshalb eine erfahrene Firma zum Zug kam. Das Zusammensetzten der Steine entsprach einem Puzzlespiel und nahm eine gewisse Zeit in Anspruch.

Historische Funde aus dem 13. Jahrhundert

Der Bau verzögerte sich erheblich, weil Mauerreste aus dem 13. Jahrhundert gefunden wurden. Diese mussten erst vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege gesichtet und dokumentiert werden. Die dadurch entstandenen Mehrkosten wurden zwecks Fördergelder an die entsprechende Stelle gemeldet.

Fußgängerbrücke

Während die Brücke für den Winter und den Baustopp frostsicher vorbereitet wurde, montierten Handwerken eine provisorische Fußgängerbrücke, so dass ab Dezember 2017 der Umweg entfiel.

Diese Brücke hatte auch für die Fußgänger einen nützlichen Nebeneffekt, denn dadurch kam man sehr nah an die Baustelle heran und konnte den Bauarbeitern bis zum Baustopp durch den Winter bei der Arbeit zusehen.

Freie Fahrt ab September 2018

Die letzten Arbeiten standen an und die Hofer feierten dazu ein Brückenfest. Lange hatte es gedauert, aber nun erstrahlte die Brücke mit einem tollen Geländer in neuem Glanz. Dadurch, dass das Kopfsteinpflaster gegen eine Teerdecke ausgewechselt worden war,  profitierten auch die Anwohner davon. Manche Stadträte hätten wegen dem Gesamtbild und der historischen Bedeutung der Brücke lieber das Kopfsteinpflaster gewollt, das aber als statischen Gründen abgelehnt wurde.

Besonders die Gaststätte Meinels Bas mit dem schönsten Biergarten in Hof atmete auf, denn sie verzeichnete einen erheblichen Verlust, da der Besucherstrom über die gesamte Bauzeit hinweg ausblieb.

Author

ist Pressefotograf. Seine Arbeiten sind nicht nur in der Lokalzeitung zu sehen, sondern auch in der Bild und Sport Bild. Im Raum Hof trifft man ihn auf den meisten Veranstaltungen. Seine Interessen sind die Event- und Landschaftsfotografie sowie Lost Place. Ohne Kamera geht es so gut wie nie aus dem Haus

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