Sonnenaufgang fotografieren – mit dieser Anleitung und ein paar Extra-Tipps gelingen auch Anfängern tolle Fotos

Alles was ihr beachten müsst und welche Kameraeinstellungen optimal sind, erfahrt ihr hier

Ich stehe nicht nur unter der Woche sehr früh auf, sondern auch am freien Wochenende. Wenn ich dann aus dem Fenster sehe und das Gefühl habe, dass es heute einen schönen Sonnenaufgang geben könnte, zieht es mich hinaus. Inzwischen habe ich ein paar Orte gefunden, die besonders gut für ein paar Aufnahmen geeignet sind. Ich bin aber auch schon ein paar Mal ohne Ziel drauf los gefahren und hatte sowohl Pech als auch Glück.

Die Vorbereitung

Halte die Augen auf, wenn du unterwegs bist auf der Suche nach einer geeigneten Stelle. Ich gehe z.B. gerne zu einer Pferdekoppel, auch wenn beim Sonnenaufgang die Pferde noch im Stall stehen. Um herauszufinden, wo die Sonne aufgeht, gibt es viele Möglichkeiten

Am besten sind Handy Apps. Ich verwende dazu Sun Surveyor und PhotoPills. Diese zeigen euch an, wo und wann die Sonne aufgeht. Das ist wichtig, denn das Schauspiel dauert nur wenige Minuten und eh man sich umsieht, ist alles vorbei und die Sonne steht schon hoch über dem Horizont.

Die Kameraeinstellungen

Ich bin mit einer Sony A9 unterwegs. In der Landschaftfotografie kommt bei mir fast immer ein Weitwinkel in Frage. Ein Sony 70-200 2,8 habe ich aber auch schon mal verwendet. Das Sony 16-35 2.8 ist dazu mein “Immerdrauf”. Es genügt eine einfachere Kamera wie eine APS-C mit einen Standard Objektiv. Wichtig ist nur, das ihr diverse Einstellungen manuell vornehmen könnt. Ihr habt viel mehr Möglichkeiten wenn die Kamera einen manuellen Modus hat und ihr Blende und Belichtungszeit selbst wählen könnt.

Am liebsten nehme ich dazu ein Stativ, damit ich eine lange Belichtungszeit einstellen kann. Ich habe aber auch schon oft freihändig Aufnahmen gemacht, weil man da viel flexibler ist. Es ist doch etwas mühselig, das Stativ nach ein paar Fotos zu nehmen, weiter zu gehen und es an einer anderen Stelle wieder aufzustellen. Alle Fotos in diesem Artikel sind ohne Stativ aufgenommen worden.

Nun zu den optimalen Einstellungen der Kamera.

Befestigt die Kamera auf einem Stativ und stellt ISO 100 ein. Schließt nun die Blende, damit ihr Blendensterne erhalte. Das gibt dem Bild eine besondere Note.  Bei mir ist es meist die Blende 22. Das ist aber je nach Objektiv verschieden. Nun seht ihr am Display, dass ihr eine lange Verschlusszeit erhaltet. Deshalb brauchen wir auch das Stativ.

Kameraeinstellungen um aus der Hand zu fotografieren

Ich fotografiere gerne aus der Hand, weil man dann schnell die Position wechseln kann und dadurch viele verschiedene Motive erhält. Stellt die Kamera auf ISO Automatik und geht in den manuellen Modus eurer Kamera. Stellt die Blende auf 8 und die Verschlusszeit auf 1/50. Das kann man gerade noch so aus der Hand fotografieren ohne das Verwacklungen entstehen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann auch auf 1/100 oder 1/160 gehen..

Der Bildaufbau

Nur den Sonnenaufgang zu fotografieren, kann zu langweilig wirken. Sucht euch einen Vordergrund aus wie einen Zaun, einen Baum oder einen kleinen Felsen usw. Keiner will eine weitläufige Wiese mit einer aufgehenden Sonne sehen.

Ich gehe gerne auf Suche nach einen Spinnennetz oder einer tollen Pflanze. Gut eignet sich auch ein Feld, wenn man knapp über oder durch die Pflanzen zielt. Dabei fokussiere ich mal auf die Sonne, damit der Vordergrund unscharf wird oder auch auf dem Vordergrund, damit dieser scharf wird.

Nach dem Sonnenaufgang geht es weiter

Nun steigt die Sonne langsam über den Horizont. Es ergeben sich lange Schatten und auch ein sehr weiches Licht. Seht euch um, denn nun ergeben sich viele neue Motive.

Besonders interessant ist es, wenn Nebel knapp über den Boden liegt. Das liebe ich. Ich stelle mir jetzt den Hochsitz eines Jägers vor, der mitten im Nebel steht und hinter dem die Sonne aufgeht.

Bildkontrolle

Wenn das erste Foto im Kasten ist, kontrolliere das Ergebnis auf dem Display. Ist es richtig belichtet und passt die Schärfe? Benutzt das Histogram um Über- oder Unterbelichtungen zu vermeiden. Ändert gegebenen falls die Blende oder die Verschlusszeit. Bei Wind können schnell unscharfe Äste an Büschen oder Bäumen auftreten. Dann muss die Verschlusszeit geändert werden.

Nichts ist ärgerlicher, als wenn man zu Hause ankommt und beim Ansehen in Lightroom enttäuscht ist, weil man die falschen Einstellungen gewählt hat.

Lieber ein paar Fotos mehr als zu wenig

Ich bin schon vor Sonnenaufgang vor Ort und schaue mich um. Meistens ist es nämlich schon so hell, dass man keine Taschenlampe braucht. Dann gehe ich auf Motiv Suche nach etwas interessantem für den Bildaufbau. Wenn es dann soweit ist, mache ich mehrere Fotos, denn aussortieren kann zu Hause immer noch.

Früh aufstehen und raus in die Natur gehen lohnt sich auf jeden Fall

Autor

ist Pressefotograf. Seine Arbeiten sind nicht nur in der Lokalzeitung zu sehen, sondern auch in der Bild und Sport Bild. Im Raum Hof trifft man ihn auf den meisten Veranstaltungen. Seine Interessen sind die Event- und Landschaftsfotografie sowie Lost Place. Ohne Kamera geht es so gut wie nie aus dem Haus

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