Fototour nach Berlin ins Olympische Dorf

Mit ein paar Freunden ging es nach Berlin zum Olympischen Dorf. Wir hatten uns als Fotogruppe vorher angemeldet. Vereinbart war eine Führung vor der offiziellen Öffnung für Besucher, denn wir wollten in Ruhe und ohne Publikum fotografieren. Dort angekommen, wurden wir sehr nett begrüßt. Bevor es ins erste Gebäude ging, erfuhren wir in einem kleinen Vortrag einiges Wissenswertes über die Geschichte der einzelnen Gebäude.

Die Turnhalle

Die Halle ist relativ groß und eine Seite besteht aus einer lichtdurchfluteten Fensterfront. Davor “weidet”ein Pferd mit sichtlichen Gebrauchsspuren. Genau so hatten wir uns die Fototour vorgestellt, etwas marode und lost.

Die Geschichte

Das Dorf befindet sich im brandenburgischen Elstal in der Nähe von Berlin. Dort fanden 1936 die XI. Olympischen Sommerspiele statt. Erbaut wurde es von den Gebrüdern Werner und Walter March. Auf dem 550.000 Quadratmeter großen Gelände wurden ca. 140 einstöckige und fünf zweistöckige Wohnhäuser errichtet. Desweiteren findet man hier ein Speisehaus “Haus der Nationen” und 38 Speisesäle, dazu ein Küchenhaus, Hindenburghaus, Sporthalle, Schwimmhalle, Sauna sowie Ärzte- und Krankenhaus.

Später dienten die Gebäude als Olympialazarett und bis 1945 als Infantrieschule. Danach zog dort die sowjetische Armee ein und nutzte es bis 1992. Erstmals zur Besichtigung für die Bevölkerung freigegeben wurde das Gelände im Jahre 1999, wo allein zum Tag der offenen Tür mehr als 12.000 Gäste kamen.

Eigentümer war die Stiftung DKB

Bis 2016 war die DKB-Stiftung für gesellschaftliches Engagement der Eigentümer des Dorfes. Sie hatte das Olympische Dorf erworben und kümmerte sich um den Erhalt der Gebäude. Sie richtete auch ein “Jesse-Owens” Haus ein. Benannt nach dem amerikanischen Leichtathleten, der mit vier Goldmedaillen erfolgreichste Sportler der Berliner Spiele. 2017 wechselte der Besitzer und das Areal ging an die terraplan Immobilien- und Treuhandgesellschaft mbH, Nürnberg. Sie errichtet dort aktuell Wohnraum unter Beachtung der Denkmalschutzvorschriften.

Das Schwimmbad

Besonders gut erhalten ist das Schwimmbad, obwohl hier deutliche Schäden zu sehen sind. Die Fliesen sind großflächig abgefallen, aber ansonsten fehlt dem Gebäude nichts. Schön anzusehen ist der Sprungturm. Zu ihm gelangt man etwas umständlich über eine Treppe hinter der Schwimmhalle und danach durch einen Wanddurchbruch.

Wir durften uns frei bewegen

Wir wurden zwar von einer Person begleitet, durften uns aber in den Räumen frei bewegen. Das war auch gut so, denn wir hatten immer wieder ein paar Fragen zu den verschiedenen Räumen und keine blieb unbeantwortet. Unser Gästeführer erzählte viele Anekdoten und hat uns damit bestens unterhalten.

Autor

ist Pressefotograf. Seine Arbeiten sind nicht nur in der Lokalzeitung zu sehen, sondern auch in der Bild und Sport Bild. Im Raum Hof trifft man ihn auf den meisten Veranstaltungen. Seine Interessen sind die Event- und Landschaftsfotografie sowie Lost Place. Ohne Kamera geht es so gut wie nie aus dem Haus

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