Müll-Schwelbrennanlage als Millionengrab

Bei dieser Location handelt es sich um eine riesige Versuchsanlage, in der bei der Müllverbrennung elektrische Energie gewonnen werden sollte. Ein großer bekannter deutscher Konzern wollte für eine Stadt eine kostenlose Müllverschwelung bauen. Die Kosten waren 1990 auf 32 Millionen D-Mark geschätzt worden. Dabei blieb es aber nicht, denn 1995 waren es schon 66 Millionen und zum Schluss 125 Millionen.

Spatenstich 1994

Die Genehmigung der Regierung von Mittelfranken war erteilt und so erfolgte 1994 der Spatenstich. Die Bevölkerung hatte berechtigte Zweifel an dem Projekt und machte sich über die enstehenden Schwelgase Gedanken – diese seien hochgiftig. Auch das alternative Abfallkonzept von Bund Naturschutz und “Müll und Umwelt e.V.” half nicht, gegen die Stadt anzukommen. Es folgten Demonstrationen und 27.000 Eingaben dagegen. Trotz aller Proteste wurde das Projekt schließlich im Nürnberger Messezentrum vorgestellt. Kurz nach Baubeginn klagten fünf Betroffene. Dann kam eine Privatisierung ins Gespräch und es folgte ein Bürgerbegehren, das knapp mit 49% zu 51% scheiterte.

Das Projekt scheiterte

Die Privatisierung kam, nachdem das Bürgerbegehren gescheitert war. Das Vorhaben wurde an den UTM GmbH Konzern verkauft. Nach Fertigstellung der Anlage 1997 häuften sich die Störfälle. Das größte Problem soll der Materialstau gewesen sein, aber auch Softwarefehler und die befürchtete Schwelgasfreisetzung traten ein. Deshalb entschied man sich 1998 für einen Umbau und diverse Verbesserungen.

Der entscheidende Zwischenfall

Bei einem Probelauf im August 1998 kam es zu einem größeren Zwischenfall. Ein Metallgeflecht im Müll führte zum berüchtigten Materialstau. Dadurch wurde die Schweltrommeldichtung zerstört. Es traten giftige Gase aus, die 73 Personen verletzten. Das war das endgültige Aus für die Anlage. Sie wurde abgeschaltet. Der Komplex wurde daraufhin mehrfach verkauft und einige Maschinen und Teile veräußert.

Die Anlage wird bis 2019 recycled

Zuletzt hatten das THW und die Feuerwehr das Gebäude für Katastrophenübungen genutzt. Damit ist es nun aber auch vorbei, denn die 15.000 bis 22.000 Tonnen Stahl sollen weiterverwendet bzw. recycled werden. Bei dieser Aktion kommt der größte Bagger, den es gibt, zum Einsatz. Bis Ende 2019 soll der Rückbau fertig sein und neue Gewerbeflächen enstehen.

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ist Pressefotograf. Seine Arbeiten sind nicht nur in der Lokalzeitung zu sehen, sondern auch in der Bild und Sport Bild. Im Raum Hof trifft man ihn auf den meisten Veranstaltungen. Seine Interessen sind die Event- und Landschaftsfotografie sowie Lost Place. Ohne Kamera geht es so gut wie nie aus dem Haus

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