Jüdische Friedhöfe haben ja etwas ganz besonderes.

Das verwilderte und unberührte an diesem Ort hat den gewissen Charm. Wenn dann noch Nebel vorhanden ist, zaubert es die richtige Stimmung ins Bild.

Um einen jüdischen Friedhof in meiner Nähe zu finden, erforderte es ein bißchen Recherche, bei der mir mein Fotobuddy Rüdiger Taubald half. Er fand sogar noch einen zweiten ein paar Kilometer weiter.( Dazu gibt es einen extra Artikel.)

Wir trafen uns um 7.00 Uhr und fuhren per Navi, in der Hoffnung, dass wir ihn auch finden. Er liegt abseits der Strasse und ist nur zu Fuß zu erreichen. Aber alles wurde gut und wir waren froh, die richtige Kleidung ausgewählt zu haben. Das Wetter war neblig, diesig mit einem leichten Nieselregen. Der Nieselregen gefror auf dem Waldboden und beim Laufen knisterte es leicht.

Das Stativ blieb im Fotorucksack

Ich lief erst ein wenig herum, um mir einen Überblick zu verschaffen und die beste Perspektive zu finden. Eigentlich war es so, dass man aus fast jeder Richtung schöne Fotos machen konnte.

Das Licht war nicht besonders und mein Stativ lies ich im Lotus Fotorucksack.  Ich nahm mein Sigma 24 mm 1.4 meist mit Blende 1.8. Die Iso schwankte zwischen 400 und 800.

Ein paar Infos über den Friedhof

Der Friedhof muss älter als 250 Jahre sein. Denn im Internet fand ich verschiedene Quellen, die besagen, dass ein Feuer 1862 in der jüdischen Gemeinde alle Unterlagen verbrannte. In dem Dorf lebten im 19. Jahrhundert ca. 110 Personen mit jüdischem Glauben.  Das waren ca. 13% der Dorfbewohner in 25 Häusern. 1930 waren es dann nur noch 36 Personen und nach weiteren 8 Jahren wurde die Synagoge niedergebrannt.

Der jüdische Friedhof liegt wie die meisten weit vom Dorf entfernt. Der älteste Grabstein stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Früher war der Friedhof von einer Mauer umgeben, von der man überhaupt nichts mehr findet. Später folgte ein Zaun, der auch nicht mehr vorhanden ist.

Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht glauben mag, waren 1947 auf dem zerstörten Friedhof 690 Grabsteine. Ein Wiederaufbau folgte 1989 behutsam.

Mein Eindruck

In den verschiedenen Infos die ich über den Friedhof gefunden habe, wird erwähnt das er beschädigt und nicht mehr funktionstüchtig ist. Von Beschädigungen kann ich aber nicht berichten. Okay er wurde 1989 hergerichtet, aber alles hat einen unberührten Eindruck.

Kleine Steine auf den Grabsteinen

Neugierig haben mich die kleinen Steine auf den Grabsteinen gemacht. Zuhause angekommen musste ich Google bemühen und fand heraus, dass man auf jüdische Gräbern keine Blumen sondern Steine legt. Es hat nichts mit einem Ritual zu tun, sonder ist ein Brauch aus der Zeit als die Juden auf der Flucht aus Ägypten waren.  Weil es dort keine Blumen und schon gar keine schönen Grabsteine gab, schlichtete man kleine Steine auf. Das diente dem Schutz vor wilden Tieren. Ein weiterer Punkt ist die Gleichheit aller Menschen. Keiner soll durch einen schöneren oder größeren Grabstein bzw Blumenstrauß höher gestellt sein als ein anderer.

Autor

ist Pressefotograf. Seine Arbeiten sind nicht nur in der Lokalzeitung zu sehen, sondern auch in der Bild und Sport Bild. Im Raum Hof trifft man ihn auf den meisten Veranstaltungen. Seine Interessen sind die Event- und Landschaftsfotografie sowie Lost Place. Ohne Kamera geht es so gut wie nie aus dem Haus

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