Fotolocation Porzellanfabrik JP Arzberg

Lost-Place-Ausflug mit Freunden nach Arzberg ins Herz der Porzellanindustrie. Leider sind inzwischen viele Fabriken in der Gegend der Abrissbirne zum Opfer gefallen, anstatt darüber nachzudenken, etwas daraus zu machen. Genau das war auch das Thema beim offiziellen Besuch der JP Porzellanfabrik. Der Besitzer möchte das Gebäude erhalten, obwohl das mit eigenen finanziellen Mitteln nicht möglich sein wird. Da reichen die Einnahmen der Urbex Szene bei weitem nicht. Die Location kann man nämlich mieten. Sie zählt nach Aussage des Besitzers zu einem der beliebtesten Lost Places in Bayern. Die Info hat er vom Bayerischen Rundfunk, der darüber in einem Film berichtete.

Geführte Lost Place Tour

Wer sich in das Gebäude einmietet, bekommt eine Führung mit viel Hintergrundwissen. Die Mutter des jetzigen Besitzers hat bereits früher dort gearbeitet und auch er hat einen Ferienjob gehabt. Wir hörten viele Geschichten und erfuhren die Hintergründe, die zur Insolvenz führten. Unter anderem waren 30 Mitarbeiter nur damit beschäftigt, auf dem Dachboden das Porzellan von einer Ecke in die andere zu schlichten. Und wenn sich der Direktor ankündigte, wurde extra ein Produktionsablauf zelebriert, um rege Beschäftigung vorzutäuschen..

Geschichte der Jakobsburg Arzberg

1891 wurde der Porzellanhersteller von Theodor Lehmann (1864-1908) gegründet. 1903 fusionierte er mit der Porzellanfabrik Schönwald AG . 1927 übernahm die Thüringer Porzellanfabrik Kahla beide Werke. Nach dem Krieg 1945 wurde die Produktion fortgeführt. 1972 fand eine weitere Fusionierung zwischen Kahla und Hutschenreuther statt. 1998 war Hutschenreuther insolvent, weshalb das Werk Arzberg von der Winterling AG Kirchenlamitz übernommen wurde. Das endgültige aus kam dann 2000 mit der Insolvenz von Winterling. Die Produktion wurde in SKV Schirnding fortgeführt. 2004 erwarb die PA-Gelände GmbH den ehemaligen Buntbetrieb. Es entstanden ein paar Verkaufsflächen für den regionalen Verkauf. Die Produktionsstätte aus den 60er Jahren blieb weitgehend unberührt und steht für Besichtigungen auf eigene Gefahr zur Verfügung. 2010 wurde die 170 jährige Tradition wieder aufgenommen.

Author

ist Pressefotograf. Seine Arbeiten sind nicht nur in der Lokalzeitung zu sehen, sondern auch in der Bild und Sport Bild. Im Raum Hof trifft man ihn auf den meisten Veranstaltungen. Seine Interessen sind die Event- und Landschaftsfotografie sowie Lost Place. Ohne Kamera geht es so gut wie nie aus dem Haus

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