Lukova mit der Bachelorarbeit “Mein Geist”

Im Internet bin ich schon häufiger auf Fotos aufmerksam geworden, die eine Kirche mit Geisterfiguren zeigen. Nach etwas Recherche habe ich dann herausgefunden, dass sie in Lukova in der Tschechei steht. Das sind ca. 150 km von meinem Wohnort entfernt.

Schaut man sich die Homepage dazu an und übersetzt sie ins Deutsche, erfährt man die ganze Geschichte der ungewöhnlichen Aktion. Der Künstler Jakub Hadrava war lange auf der Suche nach einem passenden Gebäude und erzählt, dass er Schwierigkeiten hatte, die Besitzer ausfindig zu machen. Zum Schluss blieben zwei Kirchen übrig, von denen er die St. Jiří bei Lukova nahe Manetin auswählte.

Die Kirche ist im katholischen Besitz und war damals für Besucher gesperrt. Zu schlecht war die Substanz des Gebäudes. Mit seiner Aktion will Jakub Hadrava Aufmerksamkeit erreichen und dadurch Spendengelder sammeln, die zum Erhalt beitragen.

Über die Kirche

Der Ort Lukova wurde 1115 mit dem Gründungsakt des Kladruber Klosters erstmals erwähnt.  Im Jahr 1420 – 1546 gehörte Lukova zu Švamberkům als Teil des Nachlasses in Manetin.

Die Kirche auf dem Hügel hatte bereits 1352 einen Pfarrer und wurde mehrmals umgebaut. 1796 brannte es in der Kirche. Danach wurde sie restauriert.

Im Laufe der Jahre wurde die Kirche mehrfach umgebaut. Auch der Turm war anfangs nicht vorhanden und wurde erst viel später angebracht.

Renovierungsarbeiten gehen weiter

Inzwischen wurde das Dach erneuert und mit schwarzem Schiefer versehen. Das stört zwar den Betrachter, weil es nicht zum Bild der alten Kirche passt, aber nur so kann die Kirche erhalten werden. Auch im Inneren wurde die Decke erneuert und nimmt dem alten Gemäuer den Charm.

Die Erstellung der Figuren

Die freiwilligen Personen kamen in Plastik gehüllt und setzten sich auf die Bänke. Dann wurden sie mit Laken und Spitzen umhüllt. Danach wurde flüssiger Gips über sie gegossen. Als dieser ausgehärtet war, bestand die Herausforderung darin, aus der festen Hülle zu kommen ohne sie zu beschädigen. Zum Schluß stellte man die leeren Hüllen wieder auf die alten Bänke. Zur Eröffnung  des Projektes wurden noch viele Kerzen aufgestellt, was der ganzen Aktion ein gewissen Feeling gab.

Der Friedhof

Läuft man um die Kirche herum und sieht sich den Friedhof an, fällt einem auf, dass fast alle Grabsteine einen deutschen Namen tragen. Zum Teil sind sogar kleine Bilder “Amulett” angebracht und sehen noch Top aus. Alle Grabsteine liegen total schief im Erdreich und schaffen so eine einmalige Atmosphäre.

Besucher aus aller Welt

Auf der Homepage ist auch zu lesen, dass Besucher aus aller Welt anreisen. Selbst aus Paraguay kamen sie und trugen sich in das Gästebuch ein. Durch dieses Kunstprojekt wurde die Kirche sehr bekannt und lockt auch heute noch viele Besucher und Fotografen an. Das freut die Kirche und den Künstler, denn so mancher gibt eine kleine Spende. Für mich als Fotografen war mein Besuch sehr interessant, aber nicht so optimal. Er war ein Kommen und Gehen von Neugierigen, die sogar über Nacht im Auto vor der Kirche übernachteten. Ein Fotografieren ohne Personen war unmöglich.

Autor

ist Pressefotograf. Seine Arbeiten sind nicht nur in der Lokalzeitung zu sehen, sondern auch in der Bild und Sport Bild. Im Raum Hof trifft man ihn auf den meisten Veranstaltungen. Seine Interessen sind die Event- und Landschaftsfotografie sowie Lost Place. Ohne Kamera geht es so gut wie nie aus dem Haus

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