Der gepflegte Ehrenfriedhof in Bischofsgrün

Erst kürzlich war ich am Weißen Main bei Karches im Winter unterwegs. Dort ist es aber nicht nur bei Minusgraden und Schnee sehr schön, auch wenn man sich als Fotograf dann besonders austoben kann, z.B. an Eiszapfen und mit dem Graufilter.

Und was lag da näher, als die 3,8 km von dort bis zum Ehrenfriedhof bei Bischofsgrün zu fahren.  Bei der Ankunft lag hier natürlich sehr viel Schnee. Am Eingang weisen zwei Säulen mit einem Schild darauf hin, daß es sich hierbei um eine Soldatengedenkstätte handelt.

Manch einer wird jetzt denken, daß doch eh alles zugeschneit ist und man nicht viel sieht. Gerade das reizt mich. Ich fotografiere nicht nur bei schönem Wetter. Jede Jahreszeit hat ihre schönen Seiten.

Toll gepflegte Holzschilder

Mir gefällt, daß hier alles sauber und gepflegt aussieht. Das Holzschild gleich hinter dem Eingang ist schön bunt bemalt und zeigt keinerlei Verwitterungsspuren. Man merkt sofort, daß es der Gemeinde Bischofsgrün wichtig ist, die Soldaten nicht zu vergessen, denn sie ist für die Pflege zuständig. Sie wird aber vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge unterstützt. Vor 10 Jahren halfen sogar Bundeswehrreservisten, das Gelände zu sanieren.

Weit verstreute Soldatengräber

Ein Rundweg führt durch die großzügige Anlage, vorbei an den Soldatengräbern. Die 21 Gräber liegen nicht dicht aneinander, sondern haben jeweils ein paar Meter Abstand. Dadurch wird man verleitet,  sich jedes einzelne Grab genauer anzuschauen.

Auch kommen hier wieder die Holzschilder zum Einsatz. Alle Schilder auf dem Friedhof haben das gleiche Aussehen. Es gibt also keine Unterschiede beim Rang der gefallenen Soldaten. Alle sind gleich.

Ich schaute mir genau an, was auf den Schildern zu lesen ist. Im Bild hier steht auf dem Schild: “Unterzahlmeister“, das Bataillon, die Verdienste und das Geburts- und Sterbejahr.

Kleiner Turm

Abseits vom Rundwanderweg zwischen drei Bäumen steht ein Turm aus Granit mit einem Kupferdach. Der Eingang ist mit einem schmiede eisernen Tor versehen.

Lebenswerk von Dr. Dürrbeck

Dr. Dürrbeck war im ersten Weltkrieg Chefarzt einer Lungenheilanstalt in Bischofsgrün. Die dort verstorbenen 21 Soldaten fanden auf dem jetzigen Ehrenfriedhof ihre letzte Ruhestätte.

Alles wurde mit dem privaten Vermögen von Dr. Dürrbeck bezahlt. Großen Wert legte er auf den Erhalt des natürlichen Umfelds. Bäume sollten weitgehend stehen bleiben.

Kleine Laternen

Am Rundwanderweg standen ab und zu kleine Laternen, die bis zum Knie ragten. In manchen brannte eine Kerze, andere waren leer. Ich könnte mir gut vorstellen, daß bei Sonnenuntergang eine tolle Atmosphäre entsteht. Auch zum Fotografieren wäre es sicherlich lohnenswert. Ich war tagsüber vor Ort, und kann es mir deshalb nur vorstellen.

Kurz vor dem Ausgang steht ein weiteres Denkmal. Dort sind an jeder der 4 Säulen unzählige Namen eingraviert. Inmitten ist ein Sarg mit einem einfachen Kreuz und einem Stahlhelm.

Sehenswert

Das Gelände ist ca. 1,7 ha groß, und es gibt zahlreiche Parkplätze direkt vor dem Ehrenfriedhof. Die Anlage liegt umgeben von vielen Bäumen nicht weit entfernt von der Höhenklinik Bischofsgrün. Eine Gastwirtschaft gibt es in der näheren Umgebung auch. Der Eintritt zum Friedhof ist frei.

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Autor

ist Pressefotograf. Seine Arbeiten sind nicht nur in der Lokalzeitung zu sehen, sondern auch in der Bild und Sport Bild. Im Raum Hof trifft man ihn auf den meisten Veranstaltungen. Seine Interessen sind die Event- und Landschaftsfotografie sowie Lost Place. Ohne Kamera geht es so gut wie nie aus dem Haus

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