Collis Clamat am Katharinenberg in Wunsiedel

Den “Ruf des Berges” – collis clamat habe ich aus dem Fichtelgebirge bis ins fränkische Döhlau gehört. Also bin ich ihm am Samstag gefolgt und habe mich auf den Katharinenberg nach Wunsiedel begeben, im Gepäck natürlich meine Fotoausrüstung und meine “gewandete Frau”. Das mittelalterliche Treibenstand dieses Jahr unter dem Motto “Die Hohenzollern”, die Wunsiedel im Jahr 1285 gekauft hatten und unter deren Führung die Stadt zum ersten mal erblühte.

Ein Schlachtfeld mit Katapult

Ich startete meine Tour auf dem Schlachtfeld und war überrascht, daß es schon vor mehr als 700 Jahren WLAN gegeben haben muß, denn ich fand mich direkt vor einen hot-spot wieder. Daneben konnten sich die Kinder in einem Holzriesenrad amüsieren.

Zu beiden Seiten des Schlachtfeldes hatten Lagergruppen ihre Zelte aufgeschlagen und ließen die Besucher an ihrem mittelalterlichen Leben teilhaben. Im Zelt eines medicus wurde ich sehr freundlich empfangen und erhielt eine kurze Einführung in die damaligen Behandlungsmethoden, wenn die Menschen erkrankt waren oder auch wie Knochenbrüche gerichtet wurden. Außerdem konnte ich mich im Umgang mit altertümlichen Waffen üben.

Collis Clamat wird jedes Jahr schöner

Im Waldgebiet unterhalb der Ruine hatten weitere Lagernde Ihre Zelte aufgebaut. Schnell kam man mit den Leuten ins Gespräch und saß plötzlich mit am Lagerfeuer, wurde vom Rauch des Holzfeuers eingenebelt und versetzte sich gedanklich in die damalige Zeit.

Zahlreiche Händler aus nah und fern boten rund um die Ruine ihre Waren feil und die Tavernen und Fresserey-Geschäfte sorgten für das leibliche Wohl der ca. 10.000 Besucher.

Im Greifvogelpark wurde eine eindrucksvolle Show geboten und auf den Bühne fanden in den Abendstunden Livekonzerte statt.

Die Burg brennt nieder

Auf dem Schlachtfeld jagte ein Ereignis das andere. Alles begann mit einem großen Kampf um die Burg mit Belagerung durch Turm und Rammbock. Dann folgte ein Hexenprozeß, bei dem die Verbrennung auf dem Scheiterhaufen natürlich nicht fehlen durfte.Schließlich gab es die ersten Schüsse auf die Burg und zu guter letzt wurde die Burg mit Hilfe eines riesigen Katapultes und eines ebenso riesigen Feuerpfeils in Brand gesteckt und nieder gebrannt.

Aber auch neben den großen Shows sorgten Gaukler und Musiker ganztags für die richtige Atmosphäre.

Obwohl der Termin fürs nächste Jahr schon feststeht, hängt die Zukunft diese Spektakels am sprichwörtlichen seidenen Faden.

Autor

ist Pressefotograf. Seine Arbeiten sind nicht nur in der Lokalzeitung zu sehen, sondern auch in der Bild und Sport Bild. Im Raum Hof trifft man ihn auf den meisten Veranstaltungen. Seine Interessen sind die Event- und Landschaftsfotografie sowie Lost Place. Ohne Kamera geht es so gut wie nie aus dem Haus

Pin It